Das Hamm.APP-Team

Hamm.APP soll Erlebnisse in Einkaufsquartieren digitalisieren

Durch den Onlinehandel verändert sich das Business des stationären Handels. Neben den Umsatzverschiebungen vom realen in den virtuellen Markt leiden die Einkaufszonen unter einer abnehmenden Frequenz. Die Kunden sind heute besser informiert über Produkte und ihre Anbieter, so dass das bisherige Bummeln durch die Einkaufsstraßen einem gezielten City- und Geschäftsbesuch zum Opfer fällt.

Aber gerade das Bummeln – das Suchen und Jagen – nach ausgefallenen Produkten ist einer der Motoren des Einzelhandels. Denn nur so können Produkte entdeckt werden, die Einzelhändler zuvor entdeckt haben und ihren Kunden liebevoll dekoriert in Schaufenstern, Vitrinen oder Displays zum Kauf anpreisen.

Es gilt, Neues zu entdecken und Bedürfnisse zu wecken. Ein Einkaufserlebnis, wie es der stationäre Handel bieten kann, ist online nur schwierig umsetzbar

Insbesondere emotionale Erlebnisse erfordern Interaktionen zwischen Menschen: Blickkontakte, ein nettes Wort oder ein Lächeln des Verkäufers sind unbezahlbare Erfolgsmethoden im Einzelhandel. Der Tausch des Geldes gegen ein Produkt befriedigt unseren Jäger- und Sammlerinstinkt. Bei Onlinekäufen ist der Glücksfaktor niedriger.

Der Rückgang der Frequenz äußerte sich zunächst an der Peripherie. Zunächst hatten Stadtteilzentren das Nachsehen bei stadtweit abnehmenden Besucherströmen. Während große Zentren und Center mit umfangreicheren Sortimenten und besseren Erlebnismöglichkeiten Kunden aus kleineren Städten zogen, bluteten Stadtteilzentren teilweise aus.

Ende 2015 umfasste das deutsche Amazon-Sortiment 237 Millionen Artikel.* Heute ergreift dieser Trend – angefacht durch das schier unendlich erscheinende Sortiment der Onliner wie Amazon & Co. – die zentralen Lagen. Die Bequemlichkeit der Kunden fachte diese Entwicklung zusätzlich an. Während große Handelskonzerne über Möglichkeiten und Budgets verfügen, geringe Umsätze durch ihre Filialnetze und Onlineshops aufzufangen, müssen der Inhaber geführte Einzelhandel und die Gastronomie selbst konkrete Digitalstrategien entwickeln, um ihre Rollen im Real-Digital-Wettbewerb einzunehmen und zu festigen.
Neben der Gründung eigener Onlineshops stehen heute der Aufund Ausbau der eigenen Sichtbarkeit in den digitalen Kanälen auf den ToDo-Listen ganz oben.
Mit ihrem Projekt „Hamm.APP“ möchte die Hammer Digitalagentur REIMEDIA helfen, die Frequenz in den Quartieren zu erhöhen und die Menschen zum Schlendern und Bummeln – zum Jagen und Sammeln – ermuntern.

„Die heimischen Händler benötigen keinen Online-Produktkatalog und keine lokale Shopping-Mall. Amazon ist mit seinen viele Millionen Artikel umfassenden Sortiment bereits so weit im Vorsprung, dass dieser – auch bei den optimalsten Voraussetzungen – nicht eingeholt werden kann“, so REIMEDIA-Projektmanager Patrick Weingarten.

Der stationäre Einzelhandel muss sich auf seine eigentlichen Stärken konzentrieren: die Fachkompetenz, die Sozialkompetenz und die Nähe zu den Menschen.

Mit einer Smartphone-App für Apple iPhone und Android-Geräte möchte REIMEDIA die Anbieter vor Ort unterstützen und helfen, die Frequenz in den Quartieren zu erhöhen. Nicht das Shoppen soll im Vordergrund stehen, sondern das Entdecken, Jagen und Sammeln. Das junge Hamm.APP-Team, bestehend aus Studierenden, Schülern, Auszubildenden und erfahrenen Entwicklern, startete bereits vor zwei Monaten in die Konzeptionsphase und befindet sich derzeit in der Umsetzung. Nicht mit Inhalten, sondern mit Funktionen möchte man Menschen zu begeisterten Entdeckern der eigenen Stadtteile und der Innenstadt machen.

Weil der Name verpflichtet, soll die Hamm.APP für alle sein. Die Entwickler laden Menschen, Vereine, Verbände, Stadtverwaltung und Unternehmen ein, eigene Ideen in die App mit einzubringen.

 

Foto: Das Hamm.APP-Team: Pedro Lopes (Mitte; App-Developer; Mathematik- & Informatik-Abiturient) und v. l. n. r.: Nico Schleimer (studiert an der HSHL Mobile Computing), Christian Gollan (studiert an der TU Dortmund Wirtschaftswissenschaften), Ramona Stahl (Auszubildende zur Mediengestalterin Digital & Print), Patrick Weingarten (Web- & App-Developer; Projektmanager) und Thomas Reimann (REIMEDIA-Geschäftsführer). –  Foto: Emanuel Döring, REIMEDIA

*) Quelle: www.statista.com

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